Piercingschmuck – Rost in Tüten – Qualität sticht!
Mittlerweile ist der Markt der bunten Piercings übersät von Billig-Piercingschmuck aus Fernost, doch was steckt hinter diesen vermeidlichen Schnäppchen? Welche Gefahren lauern, wenn man den einen oder anderen Euro sparen will?
Ab wann bezeichnet man ein Piercing als qualitativ hochwertig?
Ein wichtiger Punkt ist natürlich die Verarbeitung. Scharfe Kanten und Produktreste in Gewinden sind suboptimal, denn auf die meisten Kunden dürfte es nicht besonders vertrauenswürdig wirken, wenn einem das Piercing aus der Packung entgegen bröselt.
Eine große Rolle spielt selbstverständlich auch das Material.
Besonders beim Ersteinsatz, da sonst Toxine oder allergieauslösende Stoffe in den Blutkreislauf gelangen könnten, die die Wundheilung beim Piercing heraus zögern oder sogar schwere Entzündungen und allergische Schocks hervorrufen können.
In der EU gibt es seit 1994 Verordnungen, die nickelfreien Schmuck als Ersteinsatz vorschreiben (siehe § 7 LMBG und der Richtlinie 76/769/EWG).
Diese besagen, dass die Nickelabsonderung von 5µg/cm2/Woche nicht überschritten werden darf.
Diese Verordnungen gelten natürlich nicht für in außerhalb der EU produzierten Schmuck, was den Herstellern quasi Narrenfreiheit in Sachen Chrom-, Nickel und Stahlanteil gibt.
Das heißt im Klartext, dass sie euch mit diesem Schmuck ein buntes Gemisch aus den verschiedensten Metallen verkaufen, ohne für Folgeschäden belangt werden zu können.
Ein anderer Punkt, der eine ebenso große Rolle spielen dürfte, ist die Frage:
Wisst ihr wer unter welchen Umständen euren Schmuck produziert?
Natürlich sollte man sinnlose Protestaktionen à la Teppich-Boykott in einem bekannten Möbelhaus überdenken, da man die ‚Arbeitskräfte‘, die teilweise ganze Familien ernähren, damit meist noch in schlimmere Arbeitsbedingungen oder sogar in den Kampf um das nackte Überleben stürzen kann.
Der Preis allein ist selbstverständlich kein Identifikationsmerkmal für fair hergestellte und hochwertige Ware, aber zumindest ein Indiz.
Jedem der sich also ein wenig mit der Materie auseinander setzt, dürfte somit bewusst werden, dass man sich mit Piercings aus nicht dafür ausgelegten Shops bzw. zu ‚Schnäppchenpreisen‘ in vielerlei Hinsicht nicht wirklich etwas Gutes tut.
Leider bekommt man Qualität nicht für lau, was einen kleineren Geldbeutel ganz schön schröpfen kann. Vor allem ab einer gewissen Anzahl an Löchern und bei einem Faible für häufigen Schmuckwechsel.
Auch dann sollte man sich überlegen, ob man lieber immer wieder Geld für qualitativ minderwertigen Schmuck ausgibt, der dann aber auch weniger lang stabil und ansehnlich bleibt oder lieber einmal etwas mehr ausgibt und dafür länger Nutzen von den Schmuckstücken hat.
Etwas wirtschaftliches Denken zahlt sich also auch beim Piercingkauf auf Dauer aus.
Natürlich spricht nichts dagegen ‚günstigen‘ Piercingschmuck zu kaufen, wenn man das mit seinem Gewissen und seiner Gesundheit vereinbaren kann, man sollte sich nur der möglichen Konsequenzen bewusst sein, und überlegen ob das wirklich billiger ist.
Kauft kein Altmetall – Eure Mia
